Über das Beenden

Über das Anfangen haben wir ja erst kürzlich gesprochen. Ist nicht immer so leicht, aber herrlich, wenn man loslegt und etwas erschafft. Ob gut oder schlecht, schön oder hässlich, das sei erst einmal dahingestellt. Etwas erschaffen zu haben, ist schonmal die halbe Miete. Aber wie bringt man zu Ende, was man begonnen hat?

Je mehr ich darüber nachdenke, desto schwieriger erscheint es mir, ein Ende zu finden. Das ist ja fast schwerer, als zu starten! Ich habe jede Menge Schreibschnipsel zu Hause und auf dem Computer rumfliegen, die genau das sind: Schnipsel, Gedankenfetzen ohne Anfang und ohne Ende. Es soll ja Leute geben, denen fällt das ganz leicht, Projekte, Jobs, Hausarbeiten, Beziehungen, Freundschaften, Mitgliedschaften, Verträge zu beenden. Mag´ ich nicht mehr, brauch´ ich nicht mehr, raus damit! Sehr diszipliniert, so fokussiert.

Mir fällt das schwer, ich häng´ da irgendwie dran, an Dingen wie Menschen. Obwohl ich für mein Leben gern ausmiste und wegschmeiße (zumindest im Geheimen). Aber Hausarbeiten, Blogposts? Uuh, nee, lieber nochmal drüber nachdenken, ich will das ja alles richtig machen! Vielleicht habe ich auch eine Phobie gegen das Beenden, eine Exophobie, oder so. Oder ich denke einfach zu viel nach. Über sowas wie:

  • Den inneren Kritiker.

Diese fiese Stimme, die eh immer alles infrage stellt. „Das ist eh Quatsch, das will sowieso niemand lesen, lass mal lieber sein“. Der innere Kritiker (wahlweise auch die Kritikerin) möchte, dass wir sicher und geborgen sind. Natürlich warnt der uns, das ist sein Job. Ich bedanke mich und versichere ihm, dass das ganz toll und ganz sicher ist, was ich da tue. Und dass das natürlich super wird, also kein Grund zur Angst.

  • Einen kleinen Tod

Wenn man einen Artikel, ein Projekt, einen Blogpost beendet hat, dann ist das Thema fertig, abgearbeitet, abgefrühstückt, durch. Und immer auch ein kleiner Abschied. Manchmal auch ein größerer bei Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten. Dramatischer gesehen, stirbt das Thema mit Beendigung des Auftrages. Man hat sich genug damit befasst, man zieht weiter zum nächsten. So ist das, das ist ok. Das muss auch so. Und das bringt uns zu Punkt 3):

  • „Was mache ich danach?“

Jetzt hatte ich gerade ein tolles (oder vielleicht auch nicht so tolles) Thema, das ich fertigbearbeitet habe. Und dann?! Was mache ich dann?! Ich schau´ lieber nochmal drauf, ich glaub´, ich kann da noch was verbessern oder nacharbeiten oder vielleicht sollte ich auch lieber diese eine Passage nochmal nachlesen, da geht bestimmt noch was zu kürzen. Ja, bestimmt. Aber ich könnte mir auch einfach ein neues (tolles) Thema suchen, anstatt mich an diesem einen festzubeißen. Denn aus Angst davor, dass wirklich nochmal was Tolles kommt, schlägt Punkt 4) zu:

  • Die Perfektionistin

Das ist noch nicht gut genug, das kannste so noch nicht machen / abgeben / einreichen. Wie sagte meine Chefin früher immer? „Man muss nicht immer in Schönheit sterben“. Wenn man nicht irgendwann loslässt und sagt, „so, jetzt ist gut“, dann wird man leider nie fertig und kommt niemals voran. Klingt traurig, ist aber so. Es wird immer was zu ändern, zu verbessern, anzupassen geben. Und vielleicht bekommt die Hausarbeit diesmal keine 1,0, sondern „nur“ eine 2,0. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass man das Thema nicht verstanden hat. Vielleicht hat man nicht die drei Stichworte genannt, die die Korrigierenden hören wollten, oder nicht in der richtigen Reihenfolge, oder was der Kuckuck. Aber was gelernt hat man auf jeden Fall. Und ansonsten weiß man ja, wo man nachschlagen muss. Perfekt zu sein, ist so anstrengend. Und man überlege sich mal, wie enttäuschend das ist, eine 1,0 zu schreiben. Wie, das war alles, alles richtig? Nichts zu korrigieren, nichts zu verbessern? Mist. Wie soll ich den Standard denn jetzt halten?!

Dahinter steckt also -Überraschung!!- immer (selbstgemachter?) Druck, eine Erwartungshaltung, Verkopftheit. Wenn das aber jetzt nicht so gut wird, wie XY das von mir erwartet? Und noch schlimmer, wenn das gar nicht so gut wird, wie ich das von mir selbst erwarte? Oder mir vorgestellt hatte? Ja, was dann? Nix dann. Dann ist das halt so. Und ob das jetzt so erstrebenswert ist, mit dem „Immer-alles-richtig-machen“? Meistens zerbricht man sich viel zu viel den Kopf über das, was andere sagen. Oder das, was man denkt, dass andere sagen. Oder denken. Und das ist ja in sich schon Quatsch. Oder man zerbricht sich einfach so den Kopf, weil´s eben gebt. Eventuell, gegebenenfalls, möglicherweise. SOFORT AUFHÖREN! Nicht weiterdenken. Entspannen. Fertigmachen.

Dann kann man sich noch einen Tag gönnen und nach 24 Stunden nochmal draufschauen. Oder auch nicht. Verschlimmbessern ist auch wieder nur eine Form der Prokrastination und bringt uns zurück zu Punkt 1). Lass auch mal fünfe gerade sein, ich glaub´, das tut ganz gut. Und dann weg damit. Aus den Augen, aus dem Sinn. Platz machen für frischen Wind und neue Themen, über die man sich den Kopf zerbrechen kann.

Manchmal sabbelt man auch einfach viel und gern und kommt deshalb nicht zum Punkt. Oder zum Ende. Oder beides. Da muss man radikal kürzen. Deshalb beende ich diesen Artikel hier und jetzt.

Unverzüglich.

 

 

 

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Über das Anfangen

Easy like Sunday morning

Anfangen.

So ein einfaches Wort. So ein fieses Wort. Jaja, „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, danke Hermann. Habe ich selber schon auf so viele Abschieds-, Geburtstags-, Hochzeitskarten geschrieben. So kluge Worte, passen ja einfach für jede Gelegenheit, wie praktisch.

Und doch… das mit dem Anfangen gestaltet sich gar nicht so trivial. Das ist eine Untertreibung – Anfangen ist der blanke Horror. Ich würde ja gerne mehr schreiben. Fein, mach doch! Setz Dich hin und los geht´s. Hau einfach in die Tasten! Hm. Geht nicht. Warum denn nicht? Ach, ich muss mir erst noch ein Thema ausdenken und dann muss ich darüber ein bisschen nachdenken und dann mach´ ich nochmal einen Tee, und dann… oh, schau mal, ein Eichhörnchen, wie süüß!

Ach ja, herrlich, so ein Anfang. Ganz herrlich. Ein neuer Tag, ein weißes Blatt Papier, eine frische Leinwand, ein neues Paar Schuhe. Oh, die Orte, die Du sehen wirst, oh die Abenteuer, die Du erleben wirst. Regt. Mich. Auf. Plattitüden, alles Plattitüden.

Denn irgendetwas hält mich zurück. Wie meine vorsichtige Oma. Nee, mach´ lieber nicht alles neu, is´ doch auch ganz ok, wie´s jetzt gerade ist. Lieber nicht das schöne weiße Blatt Papier besudeln mit Schmierereien und Ausprobieren. Oh, und die schöne weiße Leinwand hat auch ordentlich Geld gekostet, mach die mal lieber nicht kaputt, wenn Du eigentlich gar nicht weißt, was Du damit machen willst. Dafür gibt es einen Namen: Prokrastinieren – das ist innerer Widerstand. Ha, ja, der ist vorhanden, quicklebendig, lacht mich an und atmet! Ich hasse Prokrastinieren. Prokrastinieren ist ein Arschloch. Und ich bin Expertin auf diesem Gebiet.

Und wenn ich es dann mal geschafft habe, rauszukommen und eine Runde im Park gedreht zu haben, wenn ich morgens um 07:00 Uhr schon beim Yoga war, wenn ich noch vor der Arbeit einen Artikel geschrieben habe – umwerfendes Gefühl! Wenn ich erstmal losgelegt habe, dann gibt es fast kein Halten mehr. Dann bin ich die Königin der Welt! Zumindest in meiner eigenen kleinen, und das ist ja wohl ein Anfang.

Dazu hatte ich erst kürzlich eine wunderbare Whatsapp-Konversation mit meiner kleinsten Schwester zu einem anderen Text:

***
Sie: ICH-LIGHT, S-U-P-E-R. Ich fand den Namen für wie man ist, wenn man nicht ganz man selbst ist, gut. Wie Cola Light. Schon okay, aber nicht the real deal.

Ich: Ich freu mich sehr, dass es Dir gefällt.

Sie: Das Haus in Cornwall hat mir auch besonders gut gefallen. Wann stürzt Du Dich in das Projekt Malen?

Ich: Tja, gute Frage…wenn ich das Haus gefunden habe? 😉 Ich hab´ den Farbkasten zu Hause, muss mir nur erlauben, ihn aufzumachen und loszukrikkeln. Bei mir hapert´s immer am Anfangen.

Sie: Looooos. Ja, same here. Immer.

Ich: Das klappt nicht immer so wie ich das gerne hätte. Ist auch so mit Klavierspielen. Habe Angst vor meinem Klavier entwickelt.

Sie: Aber da kann doch das Klavier nichts für. 😉 Ja, das kann ich aber ziemlich gut nachvollziehen. Ich bin auch immer sehr aufgeregt, wenn ich Buntstifte und neue Notizbücher sehe. Und dann hab´ ich aber immer Angst, dass am Ende gar nichts rauskommt und ich keine künstlerische Vision oder so habe.

Ich: Jaaaaaaa. Und deswegen muss man EINFACH ANFANGEN.
MAN DARF KEINE ANGST HABEN, ETWAS ZU MACHEN.
DANN KREIERT MAN DEN SCHEISSIGSTEN TEXT THAT MANKIND HAS EVER SEEN UND DAS WELTSCHLECHTESTE BILD UND DAS WELTSCHLIMMSTE LIED.
Egal. Weil man nämlich etwas kreiert hat.
Man.
Hat.
Das.
Selber.
Gemacht.
Und das ist einfach geil.
Pfeif auf künstlerische Vision und Perfektion und Individualität. Kauf die geilsten Bücher und die tollsten Stifte und mal´ und schreib´ alles voll.
Zensier´ Dich nicht und pfeif auf alles.
***

Ich muss mich an dieser Stelle mal eben selber loben: Ich bin ganz schön gut darin, anderen Leuten Ratschläge zu geben, beeindruckend. Problem liegt immer glasklar vor mir – Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Ey, super-einfach! Is´ doch alles kein Problem!! Nich´ so viel denken, mehr machen!

Kann mir jetzt mal einer erklären, warum ich selber so selten auf mich höre? Und warum ich Erfolgserlebnisse so selten reproduziere? Fehlt mir die Kraft, die Motivation, das Durchhaltevermögen? Ist es etwa – Gott bewahre, denn das Leben ist ja komplex – eine Mischung aus allem zusammen?

Oder ist es ganz einfach so: Ich will zu viel auf einmal. Ich nehme mir zu viel vor, meine To-Do Liste ist zu lang und ich bestelle „Einmal alles und zum Mitnehmen, bitte!“ . Auswahl und Limitation waren noch nie meine Stärken…

Nun gilt der Mensch allgemein als lernendes Wesen. Ich höre unverzüglich auf, mit meinen Schwächen zu kokettieren und kürze die tägliche To-Do Liste. Weniger Häkchen, dafür alles geschafft ist bestimmt eine erstklassige Motivation. Letztendlich hilft wirklich nur das simple Anfangen. Diese Plattitüde ist leider genau das – so platt wie wahr. Dann klappt´s auch mit dem Zaubern.

Und ich geh´ jetzt erstmal Tee trinken.

 

Über Können und Wollen

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Man redet ja viel am Tag. Mit Füllwörtern, die kein Mensch braucht, weil es eben Füllwörter sind: „ich finde“, „ich glaube“, „ich denke“, „ich muss gestehen“, „ehrlichgesagt“, „quasi“. Ist ein bisschen wie in der Schule bei „mein schönstes Ferienerlebnis“, man muss die vorgegebene Wortanzahl vollkriegen. Auch weit verbreitet und gern genommen: „können“ und „wollen“. „Können“ und „wollen“ an sich werden gern vertauscht, verwechselt oder auch einfach mal gleichgesetzt.

Stimmt ja aber gar nicht. Wenn wir sagen, wir können nicht mehr, wollen wir meistens einfach gar nicht mehr. Mal ganz ehrlich (Achtung, Füllwortalarm!), meistens hab ich einfach keinen Bock auf etwas. Und das verstecke ich hinter einem melodramatischen „Ich kann nicht mehr!“. Ist ja auch leichter, den Leuten zu sagen „ich kann nicht“, als „ich will nicht.“ Kolossaler Unterschied.

Wäre es nicht ehrlicher, zu sagen, dass man nicht (mehr) will? Wäre es. Ist es. „Ich kann nicht“ zu sagen hat eine ganz andere Dimension als „ich will nicht“ – und Schwere. Nicht mehr zu wollen trifft sehr viel öfter sehr viel eher zu. Wer von uns in unserem „normalen“ Leben ist denn schon einmal so an seine Grenzen gekommen, dass er wirklich ehrlich nicht mehr konnte? Ja, ok, all die Halb- und Ganz-Marathonläufer unter uns mal ausgenommen. Irgendwie geht es immer weiter.

Denn das Leben schiebt einen immer weiter. Immer immer weiter. Ob man will oder nicht. Ganz komische Geschichte. Manchmal finde ich das auch etwas frech. Halt doch mal kurz an, Welt, lass mich mal eben aussteigen, ich nehm´ den nächsten Bus und komme nach, versprochen. Einmal eben ´ne Runde aussetzen, kurz verschnaufen.

Ich habe also beschlossen, ehrlich zu mir zu sein (ok, ehrlicher). Zumindest in dieser Hinsicht. Ich sage viel weniger „ich kann nicht“, weil es in 99% der Fälle einfach nicht stimmt. Meistens will ich nicht. Und meistens ist das auch in Ordnung.

Manchmal ist es aber auch ein Vorwand, um etwas nicht machen zu müssen.

Zum Beispiel kürzlich beim Kardiologen auf dem Fahrrad zum Belastungs-EKG. Mal schauen, wie fit ich so bin. Aufs Fahrrad setzen, treten. Das Ganze spielte sich ungefähr so ab:

Ärztliche Assistentin: So, dann legen Sie mal los, ich beobachte das alles hier am Bildschirm, messe regelmäßig Ihren Blutdruck und wenn Ihnen schwindlig wird, oder Sie nicht mehr können, dann hören Sie auf. (Anmerkung: Wenn. Sie. Nicht. Mehr. Können.)

Ich: Ok. – Fahre zwei Minuten Fahrrad, alles easy.

Fahre weitere zwei Minuten Fahrrad, Intensität steigt. Noch ok. Fange schon ein bisschen an, zu schnaufen.

Fahre noch weitere zwei Minuten Fahrrad, Intensität höher, geht noch, schnaufe aber jetzt ganz schön.

Und dann kommt es: Ich hab´ einfach keinen Bock mehr, zu strampeln und zu schwitzen, denn so verschwitzt muss ich gleich noch ins Büro und wie sieht das wohl aus, wenn ich so usselig da ankomme…

Also sage ich: „Hm, wird ja schon schwerer, da hab ich ja schon nicht mehr so richtig Lust zu.“

Ärztliche Assistentin: „Ja, lassen Sie das jetzt mal außer Acht, es geht ja um Ihre Gesundheit.“

Totmacherargument. Ich halte die Klappe und strample weiter. Bei 125 Watt wird es mir zu anstrengend in den Beinen, das mit der Atem-Strampel-Blutdruck-messen-Koordination wird mir auch irgendwie zu viel und überhaupt, diese Koordiation… ich darf aufhören. Fertig, absteigen.

Aber wäre da nicht doch noch mehr gegangen? Ja, aber muss ich denn immer an meine Grenzen gehen? Immer nicht, aber vielleicht ab und zu mal? Besonders, wenn es um meine Gesundheit geht?

Es stellt sich heraus, ich bin so ok fit, ich schaffe das, was man in meinem Alter halt gerade eben schaffen sollte. Das ist gut, weil ich gesund bin. Aber ok fit? Wer will denn nur ok fit sein?! Semi-geil ist in unserer Gesellschaft ja nicht so toll angesehen. Das ist so wie „ganz nett“.

Wenn ich jetzt also immer mit etwas aufhöre, weil ich keinen Bock mehr habe und mich nicht überanstrengen will – zum Beispiel auch bei meinem Lieblingsthema Laufen – , damit ich schön gemütlich bin, dann passiert ja auch irgendwie nichts. Keine Entwicklung, nur Stagnation. Es heißt (leider) nicht umsonst „No Pain No Gain“.

Ok, her mit dem Zwischenweg (Mann, nie ist das Leben einfach, nie nur schwarz oder weiß, kann ich nicht auch mal was einfach haben, bitte?! Leben: „Nee, ´tschuldigung, Einfach ist gerade aus.“) zwischen melodramatischen Ausflüchten á la „Ich kann nicht mehr“ und „ich will nicht mehr“, a.k.a. „Ich hab einfach keinen Bock mehr, ich hab die Nase voll, mir reicht´s, ich bin raus und geh´ schaukeln“.

„Ich kann nicht mehr“ ist sehr viel Drama. „Ich kann das nicht“ ist Angst, Verweigerung, Sorge vorm Versagen. Tür zu, Fluchtweg abgeschnitten, hier geht´s nicht weiter. Danke, auf Wiedersehen.

„Ich will nicht“ ist dagegen ganz cool. Nicht nur, weil es ehrlicher ist, sondern auch befreiender. Damit verstelle ich mir nämlich nicht meine Möglichkeiten, ich treffe eine ganz klare und ganz bewusste Entscheidung. Damit lässt sich arbeiten.

Ich habe dann aber auch die Verantwortung, mir genau zu überlegen, WARUM ich nicht will. Steckt da nicht vielleicht auch ein bisschen Sorge, Verweigerung, Angst dahinter? Oder habe ich echt keinen Bock drauf, weil es einfach nicht mein Ding ist? Da wären wir wieder beim Ehrlich sein.

Und dann änder´ ich für „können“ die Spielregeln, indem ich sage „ich kann das NOCH nicht.“ Jetzt steht mir auf einmal alles offen. Hurra! Dieses kleine Wörtchen NOCH ist super. Ich kann da nämlich was dran machen. Auf einmal habe ich wieder die Möglichkeit, mir zu überlegen, möchte ich das können? Möchte ich das lernen? Ist das meins? Oder suche ich mir lieber eine der anderen Trilliarden Sachen aus, die ich stattdessen machen will?

Und manchmal, aber nur manchmal, muss man sich auch einfach mal ordentlich in den Hintern treten und sagen, „Ja, ist ok, ich habe gehört, dass Du jetzt grad nicht willst (oder das vielleicht auch einfach noch nicht kannst) – ist mir egal, Du machst das jetzt trotzdem. Verstecken is´ jetzt mal aus.“

Siehe da, nach drei Wochen Lauftraining schaffe ich sogar schon wieder eine Runde durch den Park. Sehr langsam, dafür pumpe ich nicht mehr wie ein Maikäferchen. Hat auch was. Und schaukeln geh´ ich trotzdem.

 

Über sich selbst

Ich starre auf Sheryl Sandbergs Zitat „Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?“. Mehrmals am Tag. Es ist von irgendeiner Firmenfeier übriggeblieben. Weltfrauentag oder so. Damals fand ich, ich müsste das unbedingt aufheben und aufhängen, als motivierende Erinnerung. Ich hasse dieses Zitat. Scheiß nicht-mal-subtile Küchenpsychologie. Und irgendwie mag ich es auch. Ich mag es, weil es eine wichtige Frage ist. Ich hasse es, weil es eine unangenehme Frage ist.

Ja, was würde ich denn jetzt machen, wenn ich keine Angst hätte? Bücher schreiben. In einem Haus irgendwo auf den windigen Klippen von Cornwall (oder an irgendeiner anderen unfassbar malerischen Küste) wohnen, von meiner Bibliothek aus direkt aufs offene Meer schauen, Schiffe zählen, Wolkenbilder raten. Kluge (und nicht so kluge) Bücher in meinem dicken Lesesessel lesen. Immer mehrere parallel.

Ich würde Vorträge halten zu klugen (und nicht so klugen) Themen und ich würde vorlesen aus meinen Büchern. Manchmal auch aus denen von anderen, einfach weil ich so gern vorlese, weil ich es geliebt habe, wenn meine Eltern mir früher vorgelesen haben.

Und singen würde ich. Nicht mehr nur im Geheimen, sondern so richtig, da draußen, vor Menschen, mit Band und so.

Ich hätte einen Hund. Und bunte Wände. Und Geschirr, das nicht zusammenpasst, aber deshalb wäre es umso schöner. Und ich würde malen. In meinem Haus auf den Klippen hätte ich ein Atelier, alles vollmalen würde ich dort mit wilden Blumen und viel bunter Farbe.

Ich würde mehr meine Meinung sagen, mehr Stellung beziehen; Haltung zeigen, wie es so schön heißt.

Ich würde kochen. Denn dann hätte ich nicht mehr die Angst, Lebensmittel kaputtzumachen, sobald ich mich an den Herd stelle. Und backen, so richtig fesch mit Schürze und Zuckerguss.

Und ich würde tanzen. So immer und überall. Auf dem Weg zur Arbeit, oder von der Arbeit zurück. Es gibt nichts Besseres, als auf dem Arbeitsweg lauthals zu singen. Wenn man dabei noch tanzen kann, dann hat man eine ganz schön gute Kondition – und ganz schön viel Spaß.

Wenn ich keine Angst hätte, dann wäre ich ich. Kompromisslos, ohne Wenn und Aber. Wenn ich keine Angst hätte, würde ich wahrscheinlich mal so richtig leben.

Und taub wäre ich. Taub für die, negativen, abwertenden, eingrenzenden Kommentare, die einem um die Ohren fliegen, die man – ob man will oder nicht – schon viel zu viel von seinen Mitmenschen aufschnappt. Am schlimmsten ist es, wenn ich mich mitreißen lasse und mitwerte. Passiert schneller, als man gucken kann. Deswegen müsste ich auch blind sein. Am besten mit Scheuklappen, damit ich nur noch meinen Weg sehe und nicht abgelenkt (sprich entmutigt) werde.

Weil ich aber nun mal Angst habe (manchmal kommt es mir so vor, als ob ich Angst vor allem und jedem hätte), mache ich nur Ich-Light. Wer weiß denn, ob meine Umgebung das volle Ich aushält?! Vielleicht halte ich ja selber nicht mal das volle Ich aus!

Die größte Angst ist natürlich die, bei den eigenen Träumen zu versagen. Dass sie eben nur das sind, Träume. Dass sie in Wirklichkeit doch gar nicht so geil sind. Deswegen verstecke ich sie ja hinter Sheryl´s Zitat. Deswegen verstecke ich mich selbst hinter Sheryls Zitat. Ja, das würde ich ja alles machen, WENN ich keine Angst hätte. Tja, HABE ich aber, also kann ich meine Träume leider leider nicht verwirklichen, nein, nicht in diesem Leben, tut mir wirklich leid, vielen Dank, auf Wiedersehen.

Ok, Stop jetzt. Sofort. Aussteigen aus dem Gedankenkarussell. Raus, raus, Deine Fahrt ist um, weitere Fahrkarten können leider nicht mehr gelöst werden. Kindergeburtstag ist aus und die Kritikerin hat jetzt Sendepause. Wie wäre es, die ganzen tollen Dinge, die ich ohne Angst tun würde, MIT Angst zu machen? Quasi trotz der Angst, da gibt´s ja auch so ein hübsches Zitat von Frau Roosevelt, daß Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern die Erkenntnis, daß etwas anderes einfach wichtiger ist als meine Angst. Wenn ich warte, bis ich mal keine Angst mehr haben sollte, dann kann ich auch einfach gleich heimgehen.

Ok, dann singe ich eben noch nicht ganz gerade und schön, aber manchmal treffe ich schon einen richtigen Ton. Das finde ich ganz schön mutig. Das mit dem Tanzen und Laufen – bestimmt noch verbesserungswürdig. Is´ mir egal, ich lass das jetzt so. Und die Leute gucken. Ich lass sie auch reden. Geht mich alles nichts an. Ich mach mich frei – ganz besonders von dieser inneren Kritikerin. Ich schreib die schlechtesten Texte wo gibt, ich sing die schiefsten Songs, ich tanz so komisch, dass die Leute sich denken, die Alte is´ bekloppt. Ich mach. Ich lass nicht die Kritikerin gewinnen, die ausgemergelt und hässlich rumsitzt, alles und jeden kritisiert, und nicht mal Spaß am Nicht-Spaß-haben hat.

Scheuklappen an, Ohrenstöpsel rein. Ich mach.

Über das Erwachsenen-Leben

Neulich unterhielt ich mich mit einem Freund über das Erwachsenen-Leben. Er stellte etwas lapidar fest: „Erwachsen?! Ich zahle meine Rechnungen, das ist erwachsen genug!“ Ist es wirklich so einfach? Seit Peter Pan wissen wir, dass Erwachsenwerden eine böse Falle ist. Wer will schon freiwillig aufhören, zu spielen und zu träumen? Bleibt nur die Frage, ob alle Erwachsenen so phantasie- und farblos sind wie Peter Pan das suggeriert.

Ziehen wir kurz Bilanz: Da sind wir jetzt, wir Mittdreißiger, die erfolgreich alles absolviert haben, was der Arbeitgeber sich so wünscht: Abitur, Auslandsaufenthalte, natürlich sprechen wir mindestens drei Sprachen fließend, selbstverständlich ein Hochschulstudium und jetzt sogar schon mehrere Jahre Berufserfahrung. Viele von uns stürzen sich gleich ins nächste Abenteuer: Sie heiraten und bekommen Kinder. Häuser werden gekauft, Familienautos angeschafft. Für mich steht diese Gruppe auf der Erwachsenenskala ganz weit oben. Die haben es geschafft! Dann gibt es da eine ganze Menge Leute, die sich genauso verhalten wie zu Teenager-Zeiten. Am Wochenende wird gefeiert, was das Zeug hält. Denn wer montags ausgeruht zur Arbeit kommt, hatte ein langweiliges Wochenende (imaginär schmeiße ich gerade fünf Euro ins Phrasenschwein). Anscheinend sind die Wochenendexzesse das Ventil, um unter der Woche den erwachsenen Alltag zu meistern. Das klingt wenig überzeugend – und ungesund.

Jetzt mal ehrlich: Mit Mitte Dreißig sollte man doch bitteschön so langsam mal wissen, was man vom Leben will, man ist ja schließlich keine Zwanzig mehr, sondern eine gestandene Frau! Ich kann mir dennoch nicht helfen. Will ich Familie und Kinder, will ich keine? Wechsle ich den Job oder arbeite ich mich hoch? Will ich überhaupt Karriere, oder verkaufe ich doch alles, setze mir den Rucksack auf und reise um die Welt? Immer noch möchte ich so viel am liebsten parallel machen. Immer noch glaube ich, etwas zu verpassen, wenn ich mich endlich für eine Möglichkeit entscheide. Ich werde mir schmerzlich meiner Entscheidungsunlust bewusst. Und überhaupt, das Leben der anderen ist immer schöner, bunter und aufregender als das eigene. Also schreibe ich inbrünstig To-Do Listen, die ich doch nie abarbeite. Ich optimiere mich kontinuierlich, ich versuche, allem und jedem gerecht zu werden. Ich strebe nach einer Perfektion, die unsinnig und utopisch ist. Einerseits möchte ich so gern Teil der Norm sein, und doch will ich gleichzeitig bemerkenswert sein. Auffallen! Herausstechen! Ist das jetzt erwachsen? Nein, das ist anstrengend.

Was tun? Ich befrage das Internet nach einer Definition für „Erwachsene“. Bei einer namhaften Suchmaschine werde ich fündig und zwei Worte springen mir ins Auge: „selbständig“ und „eigenverantwortlich“. Das ist doch was. Egal, was andere machen, was will ich – und ich ganz allein – von meinem Leben? Da spinne ich mal so richtig rum! Ach Peter, du hättest deine helle Freude an mir. Ich übernehme das Ruder und gestalte mir meine Lebenszeit so, wie ich finde, dass sie sein müsste. Das wird richtig gut! Ich erfinde vielleicht nicht mehr die Heilung für Krebs (schade eigentlich), aber es geht ja auch eine Nummer kleiner. Weniger Jammern zum Beispiel, die Schuld nicht immer bei anderen suchen, nett zu meinen Mitmenschen sein. Machen, anstatt auf Erlaubnis zu warten von Eltern, Partnern, Chefinnen. Vielleicht sogar auch mal scheitern. Gehört ja alles zum Leben dazu. Und man kann ganz herrlich Bücher darüber schreiben!

Wenn ich es so betrachte, dann bin ich gern erwachsen. Ich passe auf den ersten Blick vielleicht nicht in eine bestimmte Gruppe, aber ich bin frei, zu tun und zu lassen, was ich will. Peter Pan hatte also Unrecht, Erwachsensein ist keine Falle. Ob mein Leben erfüllt ist oder nicht, das hängt nur von mir und meiner Vorstellungskraft ab. Die gebe ich nicht her, egal wie alt ich werde – und das fühlt sich sogar noch besser an, als einfach nur meine eigenen Rechnungen zahlen zu können.

About Music

Do you know this feeling when you hear a song for the very first time and it immediately puts a spell on you? When you instantly know that this song is special to you? Touches you somehow? I bet you do. It just recently happened to me with The Common Linnets´Calm After The Storm (and before that with John Legend´s All of Me, Bruno Mars´When I Was your Man, with Journey´s Don´t Stop Believing, Eli Young Band´s Drunk Last Night and Florida Georgia Line´s Stay…).

I like a lot of different music and it surely comes and goes in phases. Sometimes I have months when all I listen to is Reggaeton. Then Country Music. And then Indie Rock. And then again it all boils down to some good old rock anthems.  When I was little I used to dance with my dad in the living room to Gary Moore and Delbert McClinton. When I was in seventh grade, I asked my English teacher what the word „seduce“ meant because at that time my mother liked to listen a lot to Celine Dion. Uh, awkward moment, I can tell you… 😉 It is amazing how much I link music to feelings, people, situations. How music can push me or soothe me, excite or then again bore me.

Recently, I discoverend these online music platforms and totally fell in love with them. If I want to listen to this or that song, I just log in and look for it. Or if I feel that I need to hear something new, I browse the programme and get inspired. Love it! And if I really really like an artist or band, I still go and buy their record. I love CDs (ok, that might almost sound vintage,but I do). I love owning records, displaying them in my real-life music library in my living room – okay, maybe showing off a little as well. My smalles sister went back to buying vinyl, so she is the real cool person here. I guess I am quite 90ies with my CD collection, but that´s ok. Looking at that collecion I can revisit certain parts of my life. Just like old friends. I also love going through other people´s music collections. They inspire me. The only thing is, I feel like I increasingly have to hack my friends´computers to find about their music tastes. No worries, I would not even know how to hack a computer, just saying. Sadly, there are hardly any haptic music collections left and my sister and I are already battling for our dad´s one.

Sometimes when I look at the music I love I wonder what my selection says about me. I once read that a woman that has more than one purse cannot commit to a serious relationship. I think that is pure nonsense (and of course, I own more than one purse). What does it say about me when I cannot commit to one single music genre? That I don´t know who I am or where I belong? Because if you like rock, you are supposed to look a certain way, maybe wear black T-shirts, torn jeans and half-rotten sneakers. If you like house, you should look more polished, drink Vodka-Energy drinks and only go to the in-clubs in town. Pure clichés? Of course. But a person´s appearance and the kind of music she listens to makes it easier for the world around her to categorise her, read her, find out what she stands for. Sometimes it´s fun to play with these clichés. It´s just like with fashion, go ahead, be bold, play around, try new things. I just find it easier to play around with music than with fashion. You can try out new music in the safety of your own home (just like the new band T-Shirt). Once you have tried it on and decided it suits you, you can take it outside with you. And there is so much good stuff out there music-wise, I want to try it all. I do not want to be labelled the country gal, the raver, the rock chick or whatever. So it is not a question of not being able to commit to a certain style but rather not wanting to. I love jumping genres, I enjoy being a crossover between as many interesting music styles as I can find – and like. It surprises people, most of the time in a good way. And if all goes well it sometimes even surprises myself.

What is your favourite kind of music? An where do you draw new inspiration from?

 

 

 

 

 

The Art of Being Remarkable

A few years back I found a website that gave advice on how to be remarkable. I admit, I like to read articles with check lists how to achieve this and that, how to become a better person by following these 8 recommendations, and so forth. Actually, with this check list there are as much as 34 ways to become remarkable. You can be remarkable by being humble, confident or optimistic. By inventing something everyone needs. Or by such simple things as living your own life or being authentic. By becoming a leader. Oh, or by exposing yourself, like expanding your comfort zone, stepping out of your boundaries. Or by questioning the norm and not trying to be perfect. I liked that list, but seriously, those are some 34 really big shoes to fill.

I just finished reading a great book called „Charlie Wallace“ by Stan van Elderen and I found the protagonist remarkable. Jonathan Lowell is around 16, a very quiet teenager, loves books, would like to become an astronaut (if he dared) and works in the primate section at the NYC zoo as part time job. He is an only child, his parents are never home and apparently, he has had some serious problems in the past and thus his parents sent him to see a psychiatrist. Jonathan finds it quite hard to trust people. He is obvioulsy troubled, worries way too much, but he has these amazing thoughts, he is so intelligent and sensitive to what is going on around him. The story then evolves around him meeting Charlie Wallace who kind of manages to get Jonathan out of his comfort zone. I could relate to the story quite a few times.

So yes, in the end what you have to do is be yourself, don´t fear the judgment of others – because maybe they feel the same way too! Or they don´t, but there certainly will be people who feel like you – or I for that matter with Jonathan in that book. Trust yourself with the things you like and that make you happy. Just go out and do them. Be fearless and sparkle. Yes!

Uh, excuse me, no. Not so fast, young lady. Being fearless and sparkling is not that easy. You just don´t go out there and throw grandness around you like confetti. Because to do that you have to overcome your fears. And that, dear friend, is quite a task. To become remarkable (or fearless and sparkle for that matter) you might want to find out what it is you are good at or what it is you love. So what if you are so confused that you don´t know what it is you are good at or love? What if you have so much going on in your daily (work) life you have no time to find out? And is it actually desirable to become remarkable?

Ok, to make matters easier, let´s start with what I find remarkable in other people. I like people who care for others, who look left and right and see what is going on around them, who don´t judge. Who – and here we go – do their own thing, who wear whatevery they want. For example, I have a co-worker who wears the craziest outfits to work. Silver sweaters, green and black comic tights, really high platform boots, safety pin necklaces, bold make up, you name it. But because she wears them with such confidence and implicitness people accept her. I find my best friend remarkable because she realised her dream and took on a job in Switzerland where she had always wanted to live. It surely was not the easiest decision to make – going abroad never is – , but turns out it was the right one for her.

In the end it all comes down to number 30 and 33 of our remarkable-list: Stop making excuses (I´m quite good at that) and don´t aim to be remarkable. „As contradictory as it sounds, most remarkable people never set out to be remarkable. They did what they loved and were really passionate and that is what got them to being remarkable.“ (). So it does not really matter whether you have the desire to become remarkable. If you do what you love and are really passionate about you will be remarkable to one person or another eventually. I find that quite a comforting thought.

To put all the above said to the test – and to find out what I am truly passionate about – I started some hobbies again. Like taking ballet classes just like when I was five years old. I overcame my fear of looking old and rusty in a classic dance studio and just went for it. It was remarkable, still is every time I go there (it is also remarkable how much by body can hurt after class sometimes). I´m glad I tried. Because sometimes even good things can happen. And that´s remarkable, too.

What is remarkable to you? I´d love to hear about it!

The Wild Wild Web or Let Us Call It Social Media

I just deleted my Facebook account. Well, at least I tried. Last week. The idea behind it was to decrease my online presence. Which is almost impossible because we all well know that once you´ve uploaded something on the net, it never gets lost. Just because a normal human being like you and me will not be able to retrieve data that has once been lost in digital nirvana, does not mean that it has really ceased to exist. Forget about the good old Google Search Engine, I bet there´s loads of clever IT people who can find out things about you online you never even dreamed existed. And it is almost impossible and slightly funny as I work in an advertising agency which specialises in Social Media… (Having said that I must admit that I had a brief affair with google+, too. Proud Early Adopter. Turned out pretty quickly that our relationship didn´t really work out. Cancelled it after I hadn´t been using it in weeks.)

Anyway, back to Facebook. So I tried to delete my account. Even though you can say „permanently delete my account“, you cannot do it immediately. Instead, you hand in your two weeks notice and then the Facebook people wait two weeks until they erase your Facebook existence. This is to make absolutely sure you want to leave Facebook. It´s like asking a rhetorical question that automatically requires only one answer: No. Of course you don´t want to leave Facebook. Abandon your „life-as-it-should-be profile“. Leave all your friends. It´s like kicking yourself out of today´s social society. No normal person would do such a cruel thing to their own existence. So better think about it some two weeks more. And in case you miss your society circle too much and regret your breakup, you have a fortnight to return full of remorse and log in anew. Which then reinstalls your entire account. Make an entrance back to safety and normality through the backdoor and no one will have noticed. Nothing is lost, no picture, no post, on comment, no nothing. All back to normal. But I will not return. I will put an end to my addiction.Ok, maybe I got slightly carried away. Maybe. Slightly. It´s just that I didn´t expect it to be such a tough process leaving Facebook. But as we all know, every breakup hurts in some way or another.

Recently, I felt that Facebook had become way too personal and even more public. I was spending way too much time checking out other peoples´ lives instead of living my own (try that with some roundabout 280 so called friends- and I know there´s people that apparently have 700 friends. How do they manage when a day only has 24 hours?!). It´s great to show the world how many friends you can make. But do you want to show them too who you unfriended? That kind of leaves a bitter taste to it. Moreover, I did not want everyone to check up on my life anymore. It had become too distracting and I didn´t have the energy anymore to classify my „friends“, assigning certain rights to who might be able to see my pictures, posts or comments. So I decided to take one step back and see how things would be going in what we used to call the „real world“ – offline. Is this scary, or what?! And please, do not get me wrong: I know that Facebook is a great tool to stay in touch with all these people you meet throughout school, uni, while travelling, at parties, and anywhere else. It´s also perfect to find out what´s going on in your area, with your favourite brands, bands and products. And I am just amazed by the bloggers who manage to connect their Facebook accounts with their blogs and create such cool things. It´s just that Facebook didn´t work for me anymore.

So far, things are going pretty well in the „real world“. No hard feelings, no relapses into old Facebook patterns. Oh well, I admit it: I sometimes find myself wanting to update my status with some clever thought or cool saying I read somewhere. And then I realise the only thing I can do is to twitter it.  But let´s face it:  It´s not that I´m totally offline nowadays. Because I have found myself a new addiction: Thanks to Pinterest I still have enough distraction from work every day.

Pinterest ist different (at least that´s what I am thinking at this point in time). In some way it tricks me into feeling more creative- even though I am well aware of the fact that I´m only collecting pictures and photos of art, fashion and all the stuff other people created and saying how much I like them. Yet, these actions colour my grey office days and looking at the boards I´ve pinned together makes me feel good about myself somehow. Oh how tricky psychological advantages these social media people take out of addicted office workers by letting me play with other peoples´works… But hey, it´s fun! (By the way, one more mean thing about Facebook is that you can connect with other media like Pinterest and Spotify via your Facebook account. Arrrgh. Sometimes I felt that Facebook was following me, wanting me back in our destructive old relationship at any cost. But only until I found the „Settings“ area and changed my standards. 😉 )

Oh yeah, and then there is this thing called My Blog. So here I am, fighting hard to get something done and actually posted. Getting over so-called writer´s blockades, fighting my own perfectionism. I have like half a dozen drafts saved in my account, wanting to write them up and publish them later because they are not yet well-written enough to be read by others. Oh how easy it was in the past to just push the „I like“ button on Facebook. There, comment made, opinion given, done for the day. Ergo, I thought today: As there´s not much content in my blog yet, and I am doing so well on Pinterest, why don´t I just link my pinterest profile with my blog so that I can pretend there´s content! I feel that pinning pictures and commenting on them, creating boards and giving them is so much easier than writing an entire post. I wonder how all these bloggers do it out there, posting a new blog every other day, well written, funny with lovely photos and so creative. I just love flipping through all these amazing posts, reading their stories they are so generous to share with anyone who wishes to read about them. I sit in awe at their bravery, writing about their past, their fears, their dearest hobbies. Of course they have been doing it for months, even years, they have practiced hard and failed harder. And suddenly I realise that social media is more than sharing the latest party pics and posting on the latest status how boring work/school is and how much we hate our bosses/colleagues/teachers/classmates. Or how much we love our boyfriends/girlfriends/manfriends/best friends. Why should that stuff matter to the public? It does not. It matters to the people in real life (and please, here only the part where we tell our loved ones how important they are to us). Social Media is more about sharing things that really matter to us, like interesting thoughts, amazing experiences or funny things we have seen and writing a nice little story about it or sometimes an article about a serious topic that really really matters to us. Or keeps us from sleeping. Makes us wonder. Personal, yes. Plain, maybe at first sight. But never boring. And always worth sharing.

Cool thing is, by rambling on about Facebook and all my trials and tribulations about Social Media I actually got some content into my blog and can send yet another piece of information about me out into Digital Nirvana. Yay. And by the way: I did manage to connect my Twitter accoung to my blog. Still working on adding Pinterest, but I bet there´s a button for this in my „Settings“ section…

Endlich Wochenende!

Irgendwo in Berlin Mitte, ein sonniger Samstagmorgen. „Einen Cappucino und ein Sandwich mit Parmaschinken und Salat, bitte“. „Das Sandwich toasten wir Dir auf, dauert drei Minuten. Bringen wir dir dann an den Tisch.“ Noch während ich mich darüber wundere, wie man auf die Idee kommen kann, ein Sandwich mit Parmaschinken und Salat zu toasten, lege ich die paar Schritte vom Tresen zu einem einladenden kleinen Tisch mit Eckbank zurück. Auf dem Weg dorthin fahre ich mit den Fingerspitzen die Blumenornamente der lila-weißen Tapete nach und freue mich über das Gefühl auf meiner Haut. In letzter Zeit bin ich schon öfter an diesem kleinen Café vorbeigekommen, aber irgendeine Ausrede habe ich immer gefunden, nicht einfach einen Vormittag müßig hier zu verbringen. Arbeit! Sport! Kontaktpflege! Haushalt! (Zugegeben, das letzte Argument ist durchaus schwach in seiner Ausprägung). Heute gibt es keine Ausreden, exzessive Entspannung und Genuß sind angesagt und so folge ich also endlich dem stummen Locken der Blumentapete.

Schon beim Eintreten umhüllt mich der Duft nach Kaffeebohnen und selbstgebackenem Kuchen und lässt augenblicklich jeden Zweifel an meiner Wahl verstummen. Als ich meine Bestellung bekomme, hat der Kellner ein Herz auf den Schaum des Cappucinos gemalt. Ich weiß, daß das Standard ist, freue mich aber trotzdem und sprenkle braunen Zucker darüber. Eigentlich bin ich keine große Kaffeetrinkerin, aber da ich schonmal in einer Kaffeebar sitze, muß halt auch ein Kaffee her. Ich werde nicht enttäuscht. Der braune Zucker versinkt nur langsam auf dem dicken Schaum und den ersten Löffel lasse ich mir genüsslich auf der Zunge zergehen. Der erste Schluck Kaffee hält, was der Schaum schon versprochen hat und ich bin vollauf zufrieden mit meiner Wahl. Auch das getoastete Sandwich erfüllt meine Erwartungen. Es ist zwar definitiv keine gute Idee, Parmaschinken und Salat zu erwärmen, aber ich bin durch die seltene Koffeinzufuhr schon so entspannt, daß ich nicht mehr in der Lage bin, hierauf noch ernsthaft einen weiteren Gedanken zu verschwenden.

Ich lehne mich zufrieden zurück, fühle das Leder der Bank in meinem Rücken und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. Bunte Wände, große Fenster und der obligatorische Berliner Kristallüster, der in warmem Licht mit der noch etwas zaghaften Märzsonne um die Wette strahlt. Nancy Sinatra singt im Hintergrund, neben mir ist eine junge Frau tief versunken in ihre Samstagszeitung, und gegenüber sitzen einige Gäste auf Hochstühlen am Fenster und schwatzen über den neusten Klatsch und Tratsch. Selten habe ich mich in einem Café so wohl gefühlt und langsam aber sicher fällt der Stress der zurückliegenden Woche von mir ab. Jeder Tag sollte wie dieser Samstag beginnen…

Here we go…

This is it! After a long time of “What if’s” and „I could” I finally kicked my weaker self (in German we call it the inner Schweinehund – a pig-dog which sounds just so much cooler 😉 ) and started writing. I mean like publicly, for others to read and to share. I am pretty excited – yay!

I have no specific topic yet to write about. Maybe I will find one soon, maybe I never will. In the meantime, this is going to be a collection of funny or not so funny things I come across in my daily challenge of tackling life in Berlin or wherever I go. I will put down my thoughts as I go along and wonder – and I wonder a lot. I have been wondering for quite some time already, bothering people with weird questions, always looking for The Great Solution for Life. Tragic thing is: there is no such thing. Therefore, I have decided to reduce my thoughts to strictly wondering only.

Also, I have not decided yet, whether I will be writing entirely in English or in German. As work is in progress, you will find both.

So, this is it! A perfectionist on her quest of becoming less perfect, truly passionate – and enjoying life. Let´s se where the journey takes me…

P.S.: Remember: work in progress – so no to perfectionism!!

Love, Me